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Die
»photo-blogger
surf« Rubrik stellt Menschen vor, die besonders schöne
photographische Spuren im Netz hinterlassen. Ob eigene Arbeiten
oder Surftipps, sie berichten regelmäßig von Ihren Streifzügen
und photographischen Seitensprüngen auf photo-blogg.de. Zu
Ihnen gehört Roland Liero
und er füllte die nachfolgenden Satzanfänge mit Leben:
Ich lebe in...
»Berlin.
Zur Photographie kam ich...
»durch die unheimliche Begegnung mit einem kleinen Fotoapparat (Penti
II) vor vielen, vielen Jahren. Seit diesem Zeitpunkt kann ich mir
ein Leben ohne Fotografie nicht mehr vorstellen. Fast alles dreht
sich bei mir um Bilder, Fotografen und Menschen mit besonderen Sichtweisen.
Ohne natürlich die anderen schönen Dinge des Lebens aus
den Augen zu verlieren.«
und arbeite derzeit an...
»verschiedenen Projekten. Das Wichtigste ist zur Zeit die Vorbereitung
einiger Fotoausstellungen in Görlitz, Berlin und Belgorod (Russland)
- auf Letztere freue ich mich ganz besonders. Eine russisch/deutsche
Gemeinschaftsarbeit. Nach wie vor bin ich sehr viel auf ehemaligen
militärischen Arealen fotografisch unterwegs. Diese Dead Places
lassen mich nicht mehr los. Na, ja dann ist da noch meine neue Page
die ich vor kurzem als Beta Version in das Netz gestellt habe.«
Besonders reizen mich...
»ehemalige militärische Objekte. Über diesen Plätzen
liegt eine Aura des Vergessens und des "mystisch" Geheimnisvollen.
Der Verfall, das Unbekannte, die Abgeschiedenheit, die Stille und
die zurückkehrende Natur sind Inspiration und Motivation. Diesen
Orten nähere ich mich auf einer etwas anderen Ebene. Neben
der reinen Dokumentationsfotografie möchte ich auch den künstlerischen
Aspekt nicht vernachlässigen. Meist sind es die kleinen Dinge
am Rande, die faszinieren. Schilder, Ausrüstungsgegenstände
und Inschriften zeugen von Menschen, die hinter all diesem kriegerischen
Wahnsinn standen. Wir müssen uns im klaren sein, dass diese
militärischen Dead Places nur für einen Zweck geschaffen
wurden: Die Vernichtung des Menschen durch den Menschen ... Diesen
Fakt zu wissen, wird eine andere Sichtweise eröffnen.«
Meine Bilder entstehen mit Hilfe von...
»analoger, aber in letzter Zeit zunehmend digitaler Fototechnik.
Als analoge Kamera benutze ich eine Nikon F100 mit diversen Objektiven.
Als Filmmaterial setze ich fast ausnahmslos den Fujichrome Sensia
II 100 ein. Digitalisiert werden die Dias mit dem CanoScan FS4000US.
Fast ein Jahr lang war die Pentax Optio 330 mein ständiger
Begleiter. Diese kleine digitale Fotokamera war gleichzeitig der
Einstieg in die Pixelfotografie. In kürze werde ich mit der
Sony DSC-F717 fotografieren.«
Meine Lieblingsaufnahme (aus eigener Produktion ;-) ist...
»das Foto "wounded II (verwundet)" möchte ich nicht
unbedingt als "die" Lieblingsaufnahme bezeichnen. Es ist
eines von vielen tausend Fotos die von mir auf militärischen
Arealen aufgenommen wurden. Ein Foto mit emotionalen Hintergrund.
Es hat mich sehr beschäftigt. Zu sehen ist relativ wenig, fast
gar nichts. Sandboden und ein Granatensplitter...«
Sie entstand...
»im September 2002 auf einem ehemaligen deutsch/russischen Truppenübungsplatz
südlich von Berlin. Eine flache leicht hügelige Landschaft,
viel Sand, wenig Bewuchs. Betonbunker mit schweren Beschussschäden
sind in der Ferne erkennbar. Das gesamte Areal ist von Bomben- und
Granatensplittern übersät. Nicht explodierte Geschosse
liegen als Blindgänger verstreut im Gelände. Selbst die
Natur erholt sich auf diesem Todesacker nur sehr langsam. Eine nicht
ganz ungefährliche Lokation ...«
Ich bin ein begeisterter Anhänger/Liebhaber von...
»historischen Fotografien, alten originalen Glasnegativplatten (z.B.
Robert Scholz 1843-1926) und neuerdings Luftbildfotografie mit Hilfe
von Flugmodellen.«
Mein photographischer Surftipp ist...
»die Website des großen Fotografen Ansel
Adams und der Fotokünstler Koshima
Aki«
weil...
»sie für mich zu den wenigen Menschen gehören die ich
als "Seher" bezeichnen würde. Sie sehen Dinge, bevor
sie eigentlich da sind. Entscheidend ist nicht das Vorhandene zu
fotografierende Objekt, sondern das Bild im Kopf, im Gehirn des
Fotografen, vor der eigentlichen Aufnahme. Ich neige zu behaupten,
dass alle Fotos dieser Welt, auch die Zukünftigen, schon vorhanden
sind. Ansel Adams und vor allem Koshima Aki sind Menschen, die ihre
Gedanken in Bilder umsetzen können. Ein Bild kann aber manchmal
nur in Verbindung mit Worten seine Seele und seinen Sinn offenbaren.
In dieser Beziehung ist Aki ein wahrer Meister. Ich möchte
aber betonen das Aki und Adams keine direkten Vorbilder für
mich sind. Jeder von uns selbst, sollte Vorbild sein ...Oder?«
Wenn ich mir selber einen Satzanfang ausdenken sollte, würde er
wie folgt lauten...
»Ich stelle mir das "absolute, schönste und beste"
Foto, nach dem alle so verbissen suchen, folgendermaßen vor:
Es besteht aus NICHTS. Es ist gar nichts zu sehen, es ist NICHTS
da. Ich schließe die Augen und schon sehe ich SIE. Millionen
von Bilder. Bilder der Vergangenheit, Bilder der Zukunft. Bin ich
selbst der Fotoapparat? Ist mein Gehirn die Festplatte, der Negativfilm?
Ist das die Magie der Fotografie?«
Ich würde ihn dann in dieser Weise ergänzen... und abschließen!
»Die Sehenden sind die Blinden und die Blinden die eigentlich Sehenden...«
Vielen Dank für Deine Geschichte und die interessanten Einblicke.
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