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Architektur

Architekturfotografie für Anfänger

Architektur ist ein geduldiges Motiv. Die Arbeit passiert vor dem Auslösen, beim Suchen des Standpunkts.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Ein Gebäude zu fotografieren wirkt einfach - es steht still und ist gross. Genau deshalb entstehen so viele beliebige Bilder: Man stellt sich davor und drückt ab.

Die drei Anfängerfehler

Zu nah mit dem Weitwinkel. Um das ganze Gebäude ins Bild zu bekommen, geht man nah heran und kippt die Kamera nach oben. Ergebnis: stürzende Linien und ein verzerrter Baukörper.

Mittags fotografieren. Steiles Licht lässt Fassaden flach aussehen und erzeugt harte, unattraktive Schlagschatten.

Alles mitnehmen. Das Gebäude klein in der Mitte, drumherum Parkplatz, Mülltonnen und Himmel. Ein Detail formatfüllend ist fast immer stärker als die Totale.

Der Ablauf

1. Einmal ganz herumgehen. Vor der ersten Aufnahme. Du suchst die Seite mit dem besten Licht, die freieste Sicht und den interessantesten Winkel.

2. Tageszeit prüfen. Wo steht die Sonne jetzt, wo in drei Stunden? Eine Fassade im Schatten wird nicht besser, egal was du einstellst. Oft heisst die richtige Antwort: morgen früh wiederkommen.

3. Standpunkt wählen. Für gerade Senkrechten musst du weiter weg und die Kamera waagerecht halten. Ein Parkhaus, eine Brücke oder ein gegenüberliegender Balkon lösen das Problem oft in einem Schritt.

4. Ausschnitt festlegen. Erst die Totale, dann bewusst Details: eine Ecke, ein Fensterraster, der Übergang zwischen zwei Materialien.

Einstellungen

  • Blende f/8, dort ist fast jedes Objektiv am schärfsten
  • ISO niedrig, es eilt nichts
  • Stativ, sobald es dunkler wird
  • Elektronische Wasserwaage einschalten - schiefe Horizonte sind in der Architektur sofort sichtbar

Was Bilder besser macht

Menschen. Ein Gebäude ohne Massstab wirkt abstrakt, eine einzelne Person in der Bildecke macht die Grösse lesbar und bringt Leben hinein.

Und Wetter. Ein bedeckter Himmel liefert weiches, gleichmässiges Licht, mit dem Fassadendetails gut funktionieren - eine gleichmässig weisse Fläche über dem Gebäude ist allerdings langweilig. Wolken mit Struktur sind der Idealfall.

Weiter: Perspektiven und Linienführung und Architekturfotografie bei Nacht.


Häufige Fragen

Wie korrigiere ich stürzende Linien nachträglich?

Fast jede Entwicklungssoftware hat eine Perspektivkorrektur, oft mit Automatik. Sie funktioniert gut bis etwa zehn Grad Neigung. Wichtig: Beim Aufnehmen etwas grosszügiger rahmen, denn die Korrektur beschneidet das Bild an den Rändern.


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