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Digitalfotografie
Digital ist nicht einfach Film ohne Film. Sensorgrösse, Dateiformat und Ablage entscheiden mit, was am Ende möglich ist.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Die Digitalfotografie hat die Fotografie an einer Stelle grundlegend verändert, die selten genannt wird: Der Preis pro Bild ist auf null gefallen. Das ist ein Vorteil beim Lernen und ein Problem bei der Ordnung - wer 40.000 Bilder im Jahr macht, findet keins davon wieder.
Die Sensorgrösse und was daraus folgt
Die Sensorfläche bestimmt drei Dinge gleichzeitig: den Bildwinkel bei gegebener Brennweite, die erreichbare Freistellung und das Rauschverhalten. Ein 50-mm-Objektiv wirkt an APS-C wie 75 mm am Kleinbild, an Micro Four Thirds wie 100 mm.
Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Umrechnung. Wo die Unterschiede wirklich relevant werden und wo sie zur Marketingzahl verkommen, steht unter Sensorgrössen im Vergleich.
RAW ist ein Negativ
Eine RAW-Datei ist kein Bild, sondern die Rohmessung des Sensors. Weissabgleich, Kontrast, Schärfung und Farbprofil sind darin noch nicht festgeschrieben - sie entstehen erst bei der Entwicklung.
Praktisch heisst das: Eine um zwei Blendenstufen unterbelichtete RAW-Datei ist zu retten, ein gleich unterbelichtetes JPEG meist nicht. Der Ablauf vom Import bis zum fertigen Bild steht unter RAW entwickeln.
Ordnung schlagen
Der unspektakulärste und wichtigste Teil: eine Ablage, die man nach fünf Jahren noch versteht. Ordner nach Datum, Stichwörter nach Inhalt, Bewertung in zwei Stufen - einmal grob aussortieren, einmal die Auswahl treffen. Wer das nicht am Importtag macht, macht es nie.
Dazu gehört eine Sicherung, die den Namen verdient: eine Kopie auf einem zweiten Datenträger und eine ausser Haus. Eine einzelne externe Festplatte ist keine Sicherung, sondern ein zweiter Ausfallpunkt.
Digital und analog nebeneinander
Wer digital arbeitet und die Lomographie oder Schwarzweissfotografie analog betreibt, merkt schnell, dass sich die beiden Arbeitsweisen gegenseitig verbessern: Der Film erzwingt Konzentration vor dem Auslösen, die Digitalkamera erlaubt das schnelle Ausprobieren einer Idee. Die technischen Grundlagen zu beidem stehen unter Fototechnik.
Häufige Fragen
RAW oder JPEG?
RAW, sobald du die Bilder nachbearbeiten willst. Eine RAW-Datei enthält die unverarbeiteten Sensordaten mit deutlich mehr Reserve in Lichtern und Schatten. JPEG ist sinnvoll, wenn die Bilder direkt aus der Kamera verwendet werden - Serienbilder, Dokumentation, schnelle Weitergabe.
Brauche ich Vollformat?
Für die meisten Zwecke nicht. APS-C und Micro Four Thirds liefern bei gutem Licht Ergebnisse, die im Druck nicht unterscheidbar sind. Vollformat lohnt bei wenig Licht und wenn extreme Freistellung zum Stil gehört.