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Produktfotografie
Produktfotografie ist Lichtführung in Reinform. Es gibt kein Motiv, das ablenkt - nur das Objekt und was das Licht daraus macht.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
In der Produktfotografie gibt es kein Glück. Das Objekt bewegt sich nicht, das Licht bleibt, wo man es hinstellt, und man kann so lange korrigieren, bis es stimmt. Das klingt einfach und ist genau deshalb anspruchsvoll: Es gibt keine Ausrede für ein schlechtes Ergebnis.
Der Standardaufbau
Für neunzig Prozent aller Produkte funktioniert derselbe Aufbau: eine grosse, weiche Lichtquelle seitlich vorn, ein Aufheller gegenüber, ein neutraler Hintergrund. Die Lichtquelle ist idealerweise grösser als das Produkt - je grösser sie im Verhältnis ist, desto weicher werden die Schattenkanten.
Ein Nordfenster erfüllt diese Bedingung kostenlos und liefert gleichbleibendes, weiches Licht - und es kostet nichts ausser der Bereitschaft, sich nach dem Wetter zu richten.
Die Reflexion ist das Problem
Bei allem, was glänzt, fotografierst du nicht das Objekt, sondern seine Umgebung. Eine Chromfläche zeigt den Raum, ein Glas zeigt die Fensterkante, eine polierte Uhr zeigt dich selbst.
Die Lösung ist immer dieselbe: nicht das Licht ändern, sondern das, was sich spiegelt. Weisse Flächen um das Produkt stellen, schwarze Karten für gezielte Abgrenzungskanten. Was das speziell bei kleinen, hochglänzenden Objekten bedeutet, steht unter Produktfotografie für Schmuck.
Für den Shop
Onlineshops brauchen anderes als Werbebilder: freigestellte Ansichten, konsistente Grösse, gleiche Perspektive über den ganzen Katalog. Die Anforderungen und der Ablauf dafür stehen unter Produktfotografie für E-Commerce.
Wo der Hebel für bessere Verkaufsbilder tatsächlich liegt - und warum es selten die Kamera ist - behandelt Mehr verkaufen durch bessere Fotos.
Verwandtes
Die Lichtführung ist im Kern dieselbe wie in der Porträtfotografie, nur ohne die menschliche Komponente. Für sehr kleine Objekte geht Produktfotografie fliessend in die Makrofotografie über, und die technischen Grundlagen zu Blende und Schärfentiefe stehen unter Fototechnik.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Studio für Produktfotos?
Nein. Ein Fenster, ein weisser Karton als Aufheller und eine Fläche als Hintergrund reichen für die meisten Produkte. Ein Studio wird erst nötig, wenn Ergebnisse über Monate exakt reproduzierbar sein müssen - dann ist konstantes Kunstlicht der Punkt, nicht der Raum.
Wie bekomme ich einen sauberen weissen Hintergrund?
Nicht durch Überbelichtung, sondern durch Trennung: Der Hintergrund wird eigenständig beleuchtet und liegt etwa zwei Blendenstufen über dem Produkt. Wer stattdessen das ganze Bild überbelichtet, verliert die Kanten des Produkts gleich mit.
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