Fototechnik
Brennweite und Bildwirkung
Ein Teleobjektiv holt nichts heran. Es verengt den Bildwinkel - und verändert damit den Raum im Bild.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Der verbreitetste Irrtum über Objektive: dass die Brennweite eine Vergrösserung sei. Was sie tatsächlich verändert, ist der Bildwinkel - und damit die Beziehung zwischen Vorder- und Hintergrund.
Bildwinkel und Raumwirkung
Bei kurzer Brennweite ist der Bildwinkel weit. Um ein Motiv formatfüllend abzubilden, musst du nah heran - und dann wirkt der Hintergrund weit entfernt und klein.
Bei langer Brennweite ist der Winkel eng. Du stehst weiter weg, und der Hintergrund wirkt nah und gross. Dieser Effekt heisst Raumkompression.
Der entscheidende Punkt: Nicht die Brennweite erzeugt die Verzerrung, sondern der Abstand. Ein Porträt aus drei Metern sieht mit jeder Brennweite gleich proportioniert aus - nur der Ausschnitt unterscheidet sich.
Die Brennweiten und ihre Aufgaben
14-24 mm, Ultraweitwinkel. Enge Innenräume, Architektur mit dominantem Vordergrund, dramatische Landschaften. Verlangt einen starken Vordergrund, sonst wird das Bild leer.
28-35 mm, Weitwinkel. Die Reportagebrennweite. Zeigt Umgebung und Zusammenhang, Street Photography, Innenraum.
50 mm, Normalbrennweite. Kommt der Raumwirkung des menschlichen Sehens am nächsten. Unauffällig, lichtstark und günstig - die beste erste Festbrennweite.
85-135 mm, kurzes Tele. Porträt, Detail, Freistellung. Der Abstand, den diese Brennweiten erzwingen, bildet Gesichter natürlich ab.
200-600 mm, Tele. Tierfotografie, Sport, komprimierte Landschaft.
Freistellung
Wie stark der Hintergrund verschwimmt, hängt von drei Dingen ab: Brennweite, Blende und Abstand zwischen Motiv und Hintergrund.
Der am häufigsten übersehene Faktor ist der dritte. Eine Person zwei Meter vor einer Hecke lässt sich kaum freistellen, dieselbe Person zwanzig Meter davor auch bei f/5.6 problemlos. Einen Schritt zur Seite zu gehen ist oft wirksamer als eine offenere Blende.
Crop-Faktor
An kleineren Sensoren zeigt dieselbe Brennweite einen engeren Ausschnitt. Bei APS-C entspricht ein 50-mm-Objektiv dem Bildwinkel eines 75-mm-Objektivs am Kleinbild, bei Micro Four Thirds einem 100-mm.
Was sich nicht ändert, ist die Raumwirkung: Ein 50 mm an APS-C zeigt den Ausschnitt eines 75ers, aber die Perspektive eines 50ers am selben Standpunkt. Mehr dazu unter Sensorgrössen.
Weiter: Das Belichtungsdreieck.
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Belichtungsdreieck
Das Belichtungsdreieck: Blende, Zeit, ISO
Drei Werte, ein Ergebnis. Jede Änderung an einem muss an einem anderen ausgeglichen werden.
Sensorgrössen
Sensorgrössen im Vergleich
Die Sensorfläche verändert drei Dinge gleichzeitig. Nur eines davon ist im fertigen Bild meist sichtbar.
Belichtungsdreieck
Das Belichtungsdreieck: Blende, Zeit, ISO
Drei Werte, ein Ergebnis. Jede Änderung an einem muss an einem anderen ausgeglichen werden.