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Street Photography bei Nacht

Nachts wird jede Lichtquelle zum Scheinwerfer. Die Stadt beleuchtet dein Motiv, du musst nur die Bühne finden.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Nachts kehrt sich die Lichtsituation um: Tagsüber ist alles gleichmässig hell, nachts gibt es einzelne helle Inseln in dunkler Umgebung. Diese Inseln sind fertige Bühnen.

Die Lichtquellen

Schaufenster sind die besten - grosse, weiche, seitliche Lichtquellen auf Kopfhöhe. Wer daran vorbeigeht, wird für zwei Schritte perfekt ausgeleuchtet.

Strassenlaternen leuchten steil von oben und erzeugen tiefe Augenschatten. Gut für Silhouetten und Umrisse, schlecht für Gesichter.

Leuchtreklame liefert Farbe. Ein rot oder blau angestrahltes Gesicht ist ein Bildmittel, kein Weissabgleichsfehler.

Autoscheinwerfer streifen kurz durchs Bild und erzeugen harte, bewegte Lichtkanten. Unvorhersehbar, aber lohnend.

Die Einstellungen

Das Zonenfokus-System vom Tag funktioniert nachts nicht - f/8 ist zu dunkel. Stattdessen:

  • Blende offen, f/1.8 bis f/2.8
  • ISO 3200 bis 12800. Rauschen ist nachts akzeptiert, Verwackeln nicht
  • Zeit mindestens 1/125 Sekunde für stehende Personen, 1/250 für gehende
  • Autofokus auf einen Einzelpunkt, weil das Vorfokussieren wegfällt

Unschärfe als Entscheidung

Die Alternative zum Einfrieren ist, die Bewegung zuzulassen: 1/15 Sekunde, Kamera ruhig, Menschen verwischen zu Streifen, während die Architektur scharf bleibt. Das ist kein Notbehelf, sondern ein eigener Stil.

Wer beides kombinieren will, mitzieht: der Kamera mit einer gehenden Person folgen und bei 1/30 Sekunde auslösen. Die Person bleibt relativ scharf, der Hintergrund verwischt.

Farbe oder Schwarzweiss

Nachts spricht mehr für Farbe als tagsüber - Neon, Mischlicht und farbige Reflexe auf nassem Asphalt sind das Motiv. Wer die Farbstiche stört, findet in der Schwarzweissfotografie den Ausweg.

Verwandt: Architekturfotografie bei Nacht und die Langzeitbelichtung.


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