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Lomographie

Lomographie: welcher Film für welchen Look

Der Film macht die halbe Bildwirkung. Bei Kameras ohne Einstellmöglichkeiten macht er sogar mehr.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Wenn die Kamera nur eine Blende und eine Verschlusszeit hat, ist der Film der einzige Regler, der bleibt. Er bestimmt Empfindlichkeit, Körnung und Farbcharakter gleichzeitig.

Die Empfindlichkeit

Holga und Diana haben eine feste Verschlusszeit von etwa 1/100 Sekunde und Blende f/8 oder f/11. Daraus folgt direkt:

ISO 400 ist der Standard für Tageslicht - bei Sonne und bei bedecktem Himmel brauchbar.

ISO 100 funktioniert nur bei direkter Sonne und liefert dafür feineres Korn.

ISO 800 rettet bewölkte Tage und späten Nachmittag. Das gröbere Korn passt zum Look ohnehin.

Bei der LC-A mit ihrer Automatik ist die Wahl freier, aber ISO 400 bleibt der vernünftige Kompromiss.

Farbnegativ

Der Standard. Verzeiht Fehlbelichtung um mehrere Blendenstufen nach oben und gut eine nach unten - genau das, was Kameras ohne Belichtungsmessung brauchen.

Klassische Consumer-Filme liefern kräftige, leicht warme Farben. Professionelle Filme sind neutraler und feinkörniger, was dem Lomo-Look eher entgegenarbeitet.

Diafilm

Feiner, kontrastreicher, farbgesättigter - und deutlich weniger fehlertolerant. Eine halbe Blendenstufe daneben ist bereits sichtbar.

Interessant wird Diafilm in der Lomographie hauptsächlich als Ausgangsmaterial für die Cross-Entwicklung.

Schwarzweiss

Der oft übersehene Weg. Ein grobkörniger Schwarzweissfilm in einer Holga liefert Bilder, die stark an frühe Reportagefotografie erinnern - Vignette und Randunschärfe wirken hier weniger nach Effekt und mehr nach Zeitdokument.

Zusätzlicher Vorteil: Schwarzweiss lässt sich zu Hause entwickeln, siehe Schwarzweiss entwickeln.

Redscale und Spezialfilme

Redscale-Film ist umgekehrt eingelegter Farbnegativfilm - das Licht trifft zuerst auf die Rückseite, das Ergebnis ist ein durchgehender Rot-Orange-Stich. Man kann sich das selbst bauen, indem man einen Film im Dunkeln umgekehrt in eine leere Patrone spult.

Ablaufdatum

Abgelaufener Film ist in der Lomographie kein Mangel, sondern eine Zutat: Farbverschiebungen, Schleier und ungleichmässige Empfindlichkeit gehören zum gewünschten Ergebnis. Faustregel: pro Jahrzehnt über dem Ablaufdatum eine Blendenstufe grosszügiger belichten.

Weiter: Lomographie-Kameras und Cross-Entwicklung.


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