Lomographie
Lomographie-Kameras: LC-A, Holga, Diana und die Mehrlinser
Die Kamera entscheidet, wie viel Kontrolle du abgibst. Das ist bei Lomographie die einzige relevante Frage.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Lomo-Kameras unterscheiden sich nicht in Qualität, sondern im Grad der Kontrolle, den sie dir lassen. Nach diesem Kriterium sortiert:
Lomo LC-A und LC-A+
Das Original. Eine sowjetische Kompaktkamera mit 32-mm-Objektiv, Belichtungsautomatik und Zonenfokus in vier Stufen. Die Automatik funktioniert, das Objektiv sättigt kräftig und vignettiert deutlich zu den Rändern.
Die LC-A ist die einzige Kamera dieser Liste, die man ernsthaft als Immerdabei-Kamera nutzen kann. Bei wenig Licht belichtet sie automatisch bis zu mehreren Sekunden - was ohne Stativ verwackelte, aber oft interessante Bilder ergibt.
Holga
Mittelformat, 120er Film, Plastikobjektiv, eine Verschlusszeit, zwei Blenden. Bekannt für starke Vignettierung, weiche Ränder und Lichtlecks durch das undichte Gehäuse.
Die Lichtlecks sind bei manchen Exemplaren so stark, dass sie stören - Abkleben mit schwarzem Klebeband ist üblich und beseitigt sie weitgehend. Wer sie will, lässt es.
Diana F+
Ebenfalls Mittelformat, ähnliches Prinzip wie die Holga, aber mit wechselbaren Formatmasken und aufsteckbarem Blitz. Weicher und träumerischer als die Holga, mit ausgeprägtem Randabfall.
Sprocket Rocket
Kleinbild, belichtet über die volle Filmhöhe inklusive der Perforation. Das Ergebnis sind Panoramabilder mit den Filmlöchern im Bild - ein sehr spezifischer Look, der schnell erschöpft ist.
Die Mehrlinser
Actionsampler, Supersampler und Verwandte belichten vier oder acht Teilbilder kurz nacheinander auf ein Negativ. Ergebnis ist eine Bewegungssequenz auf einem Bild. Funktioniert nur bei hellem Licht und bewegten Motiven.
Was du kaufen solltest
Für den Einstieg: eine gebrauchte LC-A, wenn du Kleinbild und Automatik willst, eine Holga, wenn du Mittelformat und maximale Unberechenbarkeit willst. Beide gebraucht im zweistelligen Bereich.
Prüfe beim Gebrauchtkauf den Verschluss - er soll bei jeder Auslösung hörbar arbeiten - und die Filmtransportmechanik.
Weiter: welche Filme dazu passen und was Cross-Entwicklung mit den Farben macht.
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