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Produktfotografie für E-Commerce

Für einen Shop zählt nicht das beste Bild, sondern das hundertste, das noch genauso aussieht.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


E-Commerce-Fotografie ist Serienproduktion. Der Massstab ist nicht, wie gut ein einzelnes Bild ist, sondern ob Bild 1 und Bild 300 zusammenpassen - auch wenn dazwischen drei Wochen liegen.

Reproduzierbarkeit herstellen

Das heisst konkret:

Kunstlicht statt Fensterlicht. Tageslicht ändert sich stündlich. Zwei Dauerlichter oder Blitze liefern über Monate dasselbe Ergebnis.

Positionen markieren. Stativhöhe, Lampenabstände und Produktposition auf dem Boden abkleben. Notieren, nicht merken.

Einstellungen festschreiben. Manueller Modus, fester Weissabgleich in Kelvin, feste Blende. Keine Automatik, die zwischen zwei Produkten unterschiedlich entscheidet.

Referenzbild. Ein Screenshot des ersten Bildes am Monitor, mit dem jedes neue verglichen wird.

Der Freisteller

Der Standard im Onlinehandel ist das Produkt auf reinem Weiss. Der Weg dorthin führt nicht über Überbelichtung, sondern über Trennung:

Das Produkt steht mit Abstand vor dem Hintergrund. Der Hintergrund wird eigenständig beleuchtet, etwa zwei Blendenstufen heller als das Produkt. So wird er im Bild weiss, ohne dass das Produkt seine Kanten verliert.

Freistellen in der Nachbearbeitung ist möglich, kostet bei mehreren hundert Produkten aber mehr Zeit, als der zweite Aufbau je kosten würde.

Die Standardansichten

Für die meisten Produkte hat sich ein fester Satz bewährt: Vorderansicht frontal, Dreiviertelansicht, Rückansicht, ein Detail, ein Grössenvergleich, eine Anwendung. Sechs Bilder pro Artikel.

Wichtig ist, dass die Dreiviertelansicht bei allen Produkten aus demselben Winkel kommt. In der Übersichtsliste fällt jede Abweichung sofort auf.

Technische Anforderungen

Quadratisches Format ist der verbreitetste Standard, mindestens 2000 Pixel Kantenlänge für die Zoomfunktion. Farbprofil sRGB, sonst sehen die Farben im Browser anders aus als am Monitor.

Dateinamen mit Artikelnummer, nicht mit Kameranummer. Das spart beim Zuordnen mehr Zeit als alles andere.

Verwandt: Mehr verkaufen durch bessere Fotos und Produktfotografie für Schmuck.


Häufige Fragen

Wie viele Bilder braucht ein Produkt im Shop?

Fünf bis sieben. Untersuchungen zum Kaufverhalten zeigen, dass die Abbruchrate deutlich sinkt, wenn Grössenverhältnis, Material und Anwendung sichtbar sind. Ein einzelner Freisteller lässt zu viele Fragen offen.


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