Produkt
Produktfotografie für Schmuck
Bei Schmuck fotografierst du keine Objekte, sondern Spiegelbilder. Also gestaltest du das, was sich spiegelt.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Schmuck vereint alle schwierigen Eigenschaften: klein, hochglänzend, transparent und dreidimensional. Jede davon verlangt eine eigene Antwort.
Was sich spiegelt, ist das Motiv
Eine polierte Goldfläche zeigt kein Gold - sie zeigt die Umgebung. Wer eine Kette vor weisser Wand fotografiert, bekommt eine Kette, die eine weisse Wand zeigt: flach und ohne Form.
Die Lösung heisst Lichtzelt oder selbstgebauter Diffusor: Das Objekt wird von einer gleichmässig hellen Hülle umgeben, sodass sich überall dieselbe weiche Fläche spiegelt. Das ergibt saubere, ruhige Oberflächen.
Form durch schwarze Karten
Ein rundum gleichmässig beleuchtetes Objekt verliert seine Kanten. Deshalb setzt man gezielt dunkle Flächen ein: schmale schwarze Kartonstreifen seitlich neben dem Objekt spiegeln sich als dunkle Linien und zeichnen die Kontur nach.
Das ist der wichtigste Handgriff der Schmuckfotografie. Zwei Streifen und ein wenig Verschieben verändern das Bild stärker als jede Lampe.
Funkeln erzeugen
Steine funkeln nur, wenn eine kleine, harte Lichtquelle im richtigen Winkel steht - das Gegenteil des weichen Lichts für die Metallflächen.
Praktisch braucht man beides: die weiche Grundausleuchtung im Zelt und dazu einen kleinen, gerichteten Spot, der nur den Stein trifft. Eine kleine LED-Leuchte oder ein Spiegel, der Licht umlenkt, reicht dafür.
Schärfe über die ganze Tiefe
Ein Ring ist zwei Zentimeter tief. Im Makrobereich bei f/11 reicht die Schärfentiefe dafür nicht.
Focus Stacking ist hier keine Kür, sondern Standard: 15 bis 40 Aufnahmen mit versetzter Schärfeebene, später zusammengerechnet. Voraussetzung sind Stativ, Fernauslöser und ein Objekt, das sich zwischen den Aufnahmen nicht bewegt - Knetmasse oder Wachs unter dem Schmuckstück.
Sauberkeit
Bei fünffacher Vergrösserung ist jeder Fingerabdruck und jedes Staubkorn sichtbar. Handschuhe beim Anfassen, Blasebalg vor jeder Aufnahme, und trotzdem bleibt Retusche nötig. Wer vorher gründlich reinigt, spart hinterher Stunden.
Verwandt: die Makrofotografie für den Nahbereich und Produktfotografie für E-Commerce für die Serie.
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Makro
Makrofotografie: nah, näher, Abbildungsmassstab 1:1
Im Nahbereich schrumpft die Schärfentiefe auf Millimeter. Alles, was Makrofotografie ausmacht, folgt aus dieser einen Tatsache.
E-Commerce
Produktfotografie für E-Commerce
Für einen Shop zählt nicht das beste Bild, sondern das hundertste, das noch genauso aussieht.
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Produktfotografie: Mehr verkaufen durch bessere Fotos
Das schwächste Produktbild ist selten unscharf. Es zeigt nur nicht, was der Kunde wissen will.