Zum Inhalt springen
photo-blogg

Astro

Astrofotografie in der Stadt

Die Milchstrasse ist in der Stadt verloren. Sternspuren, Mond und Planeten sind es nicht.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Lichtverschmutzung nimmt dir die schwachen, flächigen Objekte - Milchstrasse, Nebel, Galaxien. Sie nimmt dir nicht die hellen. Und die sind vom Balkon aus genauso hell wie in der Eifel.

Was in der Stadt funktioniert

Der Mond. Das dankbarste Objekt überhaupt: hell genug für kurze Zeiten und niedrige ISO. Ab 300 mm Brennweite werden Krater sichtbar. Der beste Zeitpunkt ist nicht Vollmond, sondern Halbmond - entlang der Schattengrenze steht das Licht flach und die Struktur tritt hervor.

Helle Planeten. Venus, Jupiter, Saturn und Mars sind auch über der Innenstadt sichtbar. Für Details braucht es lange Brennweite und ruhige Luft - hier zählt nicht Lichtstärke, sondern Vergrösserung.

Sternspuren. Weil die Kamera hier ohnehin viele Minuten belichtet, ist der aufgehellte Himmel weniger schlimm als gedacht - man belichtet mehrere kurze Aufnahmen und rechnet sie zusammen, statt einmal lang zu belichten.

Die ISS. Vorhersagbar, hell, in wenigen Minuten durch. Eine Langzeitbelichtung über einer Stadtsilhouette ergibt eine saubere Lichtspur.

Gegen die Aufhellung arbeiten

Drei Massnahmen helfen konkret:

Kürzere Einzelbelichtungen und mehr davon. Statt einmal 30 Sekunden lieber zwanzigmal 8 Sekunden - der Himmelshintergrund läuft nicht so schnell voll.

Nach Osten oder in Richtung der dunkelsten Ecke fotografieren, nicht in Richtung Innenstadt.

In der Nachbearbeitung den Farbstich des Natriumlichts gezielt herausziehen, statt die Gesamthelligkeit zu senken.

Die Stadt als Motiv

Statt gegen die Lichtverschmutzung zu arbeiten, kann man sie ins Bild nehmen: Sternspuren über beleuchteten Fassaden, der Mond zwischen Hochhäusern, die ISS über einem Kirchturm. Das verbindet sich gut mit der Architekturfotografie bei Nacht.

Für den dunklen Himmel siehe Milchstrasse fotografieren.


Weiterlesen