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Porträt

Porträtfotografie mit natürlichem Licht

Die beste Lichtquelle für Porträts kostet nichts und steht schon da. Man muss nur wissen, wo man sich hinstellt.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Verfügbares Licht hat gegenüber jeder Blitzanlage einen entscheidenden Vorteil: Du siehst sofort, was passiert. Der Nachteil ist, dass du es nicht verschieben kannst - du musst die Person verschieben.

Die vier verlässlichen Situationen

Das Nordfenster. Ein Fenster ohne direkte Sonne ist eine grosse, weiche, gerichtete Lichtquelle - genau das, was eine Softbox nachbauen soll. Person seitlich zum Fenster, etwa einen Meter entfernt. Je näher am Fenster, desto weicher der Schattenverlauf.

Der offene Schatten. Im Schatten eines Gebäudes, aber mit freiem Blick zum hellen Himmel. Das Licht kommt von oben und vorn, ist weich und neutral. Vorsicht bei Bäumen: grünes Blattwerk färbt das Licht sichtbar ein.

Der Übergang. Die Kante zwischen Sonne und Schatten, etwa in einem Hauseingang oder einer Toreinfahrt. Die Person steht im Schatten, die beleuchtete Fläche gegenüber wirft weiches Licht ins Gesicht. Das ist der beste Ort auf jeder Strasse.

Die goldene Stunde. Kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang steht die Sonne flach genug, um direkt ins Gesicht zu leuchten, ohne zu blenden. Das Licht ist warm und weich, der Zeitraum kurz.

Was du dabei haben solltest

Einen Aufheller. Das kann ein Faltreflektor sein, ein weisses Stück Karton oder eine helle Hauswand. Er sitzt gegenüber der Lichtquelle und hellt die Schattenseite des Gesichts auf. Ohne ihn wird der Kontrast zwischen den Gesichtshälften schnell zu hart.

Wichtig ist die Position: knapp unterhalb der Gesichtshöhe und schräg von vorn. Von unten direkt ins Gesicht gerichtet entsteht Gruselbeleuchtung.

Gegenlicht

Die Person mit dem Rücken zur Sonne zu stellen, ergibt eine helle Lichtkante um Haar und Schultern und ein gleichmässig ausgeleuchtetes Gesicht - vorausgesetzt, du hellst von vorn auf. Ohne Aufheller wird das Gesicht zur Silhouette oder der Hintergrund brennt aus.

Miss in diesem Fall auf das Gesicht, nicht auf die Gesamtszene. Ein ausgefressener Himmel ist verschmerzbar, ein zu dunkles Gesicht nicht.

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Wer den nächsten Schritt zur bewussten Lichtführung gehen will, findet ihn unter Lichtsetzung in der Porträtfotografie. Die farbliche Seite - welche Lichtfarbe zu welchem Hautton passt - behandelt die Farbtheorie.


Häufige Fragen

Kann ich mittags Porträts machen?

Ja, aber nicht in der Sonne. Steiles Mittagslicht erzeugt tiefe Augenhöhlen und harte Nasenschatten. Such dir stattdessen offenen Schatten - unter einem Vordach, an einer Nordwand, in einer Toreinfahrt. Dort ist das Licht auch mittags brauchbar.


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