Porträt
Grundlagen der Porträtfotografie
Bevor du über Licht nachdenkst, brauchst du eine Reihenfolge. Diese hier funktioniert auch beim ersten Mal.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Das erste eigene Porträt scheitert selten an fehlender Ausrüstung. Es scheitert daran, dass zu viele Entscheidungen gleichzeitig anstehen und keine davon vorbereitet ist. Die Lösung ist eine feste Reihenfolge.
Die Reihenfolge
1. Hintergrund zuerst. Suche die Fläche, vor der die Person stehen soll, bevor du an die Kamera denkst. Eine ruhige Wand, eine Hecke, eine schattige Häuserfront. Was du hier nicht ausschliesst, musst du später wegretuschieren.
2. Person ins Licht stellen. Nicht mit dem Gesicht in die Sonne - das erzeugt zusammengekniffene Augen und harte Schatten. Stattdessen in den Schatten stellen, mit Blick zu einer offenen, hellen Fläche. Der Übergang von Sonne zu Schatten, etwa im Hauseingang oder unter einem Vordach, ist die verlässlichste Position überhaupt.
3. Abstand und Brennweite. Für einen Kopfausschnitt gehst du auf zwei bis drei Meter und wählst 85 bis 135 Millimeter. Gehst du mit einem Weitwinkel gleich nah heran, wird die Nase gross und die Ohren verschwinden.
4. Blende. f/2.8 bis f/4 ist der sichere Bereich. Ganz offen liegt bei kurzem Abstand oft nur ein Auge in der Schärfe.
5. Fokus auf das vordere Auge. Nicht auf die Nase, nicht auf die Wange. Wenn deine Kamera Augenerkennung hat, schalte sie ein.
Was Menschen entspannt
Der technische Teil ist nach zehn Minuten erledigt, der schwierige Teil bleibt. Drei Dinge helfen zuverlässig:
Rede weiter, während du fotografierst. Stille vor der Kamera ist unangenehm, und man sieht es im Gesicht.
Gib konkrete Anweisungen statt allgemeiner. “Entspann dich” hilft niemandem. “Dreh die Schultern zum Fenster und schau danach zu mir” hilft sofort.
Zeig nicht jedes Bild. Wer nach jedem dritten Auslösen das Display herumdreht, unterbricht den Ablauf und macht die Person unsicher.
Der häufigste Anfängerfehler
Zu weit oben stehen. Aus leichter Aufsicht fotografiert wirkt fast jedes Gesicht schmaler - deshalb ist die Haltung so verbreitet. Sie wirkt aber auch unterwürfig. Auf Augenhöhe ist der neutrale Standard, aus leichter Untersicht wird die Person präsent und selbstbewusst.
Wie sich das gezielt einsetzen lässt, steht in den Posing-Tipps. Und sobald die Grundlagen sitzen, lohnt der Blick auf natürliches Licht und die gezielte Lichtsetzung.
Häufige Fragen
Welche Kamera brauche ich für Porträts?
Jede, die manuelle Einstellungen erlaubt und ein Objektiv ab etwa 50 Millimetern aufnehmen kann. Der Unterschied zwischen einer Mittelklasse- und einer Spitzenkamera ist im fertigen Porträt praktisch nicht sichtbar - der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Licht dagegen sofort.
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Posing
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Natürliches Licht
Porträtfotografie mit natürlichem Licht
Die beste Lichtquelle für Porträts kostet nichts und steht schon da. Man muss nur wissen, wo man sich hinstellt.
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