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Porträt

Lichtsetzung in der Porträtfotografie

Ein Licht, richtig gesetzt, schlägt drei Lichter, die irgendwo stehen. Die Aufbauten sind seit hundert Jahren dieselben.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Porträtlicht lässt sich auf eine einzige Frage reduzieren: Wo verläuft die Schattenkante im Gesicht? Alles andere - Anzahl der Lampen, Modifier, Leistung - folgt daraus.

Die vier klassischen Positionen

Rembrandt. Licht von schräg vorn, etwa 45 Grad seitlich und 45 Grad erhöht. Auf der abgewandten Wange entsteht ein kleines beleuchtetes Dreieck unter dem Auge. Der Klassiker: dreidimensional, ernst, funktioniert bei fast jedem Gesicht.

Butterfly. Licht frontal von oben, leicht über Augenhöhe. Unter der Nase entsteht ein schmetterlingsförmiger Schatten. Betont Wangenknochen, kaschiert Asymmetrien, wirkt glamourös. Bei tiefliegenden Augen problematisch.

Split. Licht exakt seitlich, 90 Grad. Eine Gesichtshälfte hell, eine im Schatten. Dramatisch, hart, gut für charaktervolle Gesichter, schlecht für freundliche Porträts.

Loop. Zwischen Rembrandt und Butterfly, Licht etwa 30 Grad seitlich. Der Nasenschatten zeigt schräg nach unten, verbindet sich aber nicht mit dem Wangenschatten. Die unauffälligste und deshalb meistgenutzte Variante.

Härte statt Menge

Der zweite Regler nach der Position ist die Härte der Schattenkante. Sie hängt allein von der scheinbaren Grösse der Lichtquelle ab: Je grösser die Quelle im Verhältnis zum Gesicht, desto weicher der Übergang.

Eine Softbox einen Meter vom Gesicht entfernt ist weich. Dieselbe Softbox vier Meter entfernt ist hart. Der Modifier allein macht das Licht nicht weich - der Abstand tut es.

Der Aufheller

Das zweite Licht ist meistens kein Licht, sondern eine reflektierende Fläche gegenüber dem Führungslicht. Sie steuert, wie tief die Schattenseite absäuft. Näher heran heisst flacher, weiter weg heisst kontrastreicher.

Erst wenn du das beherrschst, lohnt ein drittes Licht: die Kante von hinten, die Haar und Schulter vom Hintergrund trennt. Sie ist Kür, nicht Pflicht.

Übertragung auf verfügbares Licht

Alle vier Aufbauten funktionieren mit einem Fenster genauso wie mit einer Blitzanlage - du drehst die Person statt der Lampe. Wie das praktisch aussieht, steht unter Porträtfotografie mit natürlichem Licht.

Wer die Regeln danach bewusst brechen will, findet unter Kreativität in Bildern die freieren Ansätze.


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