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Porträt

Posing-Tipps für die Porträtfotografie

Niemand weiss von selbst, wohin mit den Händen. Posing ist Regie, keine Charakterfrage.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Der Satz “Sei einfach natürlich” ist die nutzloseste Anweisung der Porträtfotografie. Menschen vor einer Kamera sind nicht natürlich, und die Aufforderung macht es schlimmer. Was hilft, sind konkrete, körperliche Anweisungen.

Die Grundhaltung

Nicht frontal. Schultern etwa 30 bis 45 Grad zur Kamera drehen, Kopf zurück zur Kamera. Frontal wirkt breit und statisch, die Drehung erzeugt sofort Form.

Gewicht auf ein Bein. Das kippt die Hüfte leicht und löst die Steifheit in Rumpf und Schultern. Bei stehenden Ganzkörperaufnahmen ist das die wichtigste einzelne Korrektur.

Kinn vor und leicht runter. Die Bewegung fühlt sich falsch an und sieht richtig aus - sie strafft die Kinnlinie. Die Anweisung lautet: “Schieb die Stirn ein Stück zu mir.”

Abstand zwischen Armen und Körper. Anliegende Arme drücken sich breit. Ein Handgelenk in die Hüfte, eine Hand in die Tasche, ein Arm angewinkelt - das reicht.

Das Händeproblem

Hände sind der häufigste Störfaktor. Zwei Regeln lösen fast alle Fälle: Hände brauchen eine Aufgabe, und sie werden nie mit der Handfläche zur Kamera gezeigt.

Aufgaben, die funktionieren: eine Tasse halten, in die Jackentasche greifen, das Haar hinters Ohr streichen, sich an einer Kante abstützen. Die Handkante zur Kamera wirkt schmal, die flache Hand wirkt gross und flächig.

Anweisungen, die ankommen

Bewegungsanweisungen sind besser als Zustandsanweisungen. Statt “Lächle” funktioniert “Schau kurz nach unten und dann wieder hoch zu mir” - beim Hochschauen entsteht ein echter, kurzer Ausdruck.

Weitere brauchbare: “Geh vier Schritte auf mich zu und bleib stehen, wenn ich es sage.” “Dreh dich zum Fenster und schau raus.” “Sag mal jemandem, den du magst, hallo.”

Sitzend

Beim Sitzen kippt die Haltung fast immer nach hinten und der Bauch schiebt sich vor. Gegenmittel: an die vordere Stuhlkante rutschen, Oberkörper leicht nach vorn, Unterarme auf die Knie. Das wirkt zugewandt statt zurückgelehnt.

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Die technische Seite - Standpunkt, Brennweite, Blende - steht in den Grundlagen der Porträtfotografie. Unter Zeitdruck und mit Gruppen sieht dasselbe noch einmal anders aus, siehe Hochzeitsfotografie und Gruppenbilder.


Häufige Fragen

Was mache ich mit Menschen, die sich nicht fotografieren lassen wollen?

Ihnen eine Beschäftigung geben. Wer etwas tut - läuft, arbeitet, redet, ein Werkzeug in der Hand hält -, denkt nicht mehr über die Kamera nach. Reine Standporträts sind für ungeübte Personen die schwierigste Aufgabe, nicht die einfachste.


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