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Tierfotografie

Tierfotografie im Wald

Im Wald siehst du das Tier meist erst, wenn es dich schon gesehen hat. Ansitzen schlägt Suchen.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Der Wald ist der schwierigste Lebensraum für die Tierfotografie: drei bis vier Blendenstufen weniger Licht als auf offener Fläche, ständige Sichthindernisse und Tiere mit kurzer Fluchtdistanz.

Ansitzen statt pirschen

Wer durch den Wald läuft, wird gehört und gesehen, lange bevor er etwas sieht. Die verlässlichere Methode ist der Ansitz: eine Stelle auswählen, sich vor Sonnenaufgang hinsetzen und warten.

Gute Stellen findet man an Spuren: Wechsel im Unterholz, Suhlen, Schälschäden, Losung. Diese Zeichen zu lesen, ist der eigentliche Teil der Arbeit - die Fotografie danach ist einfach.

Wind ist wichtiger als Tarnung

Rehe und Wildschweine riechen deutlich besser, als sie sehen. Wer mit dem Wind im Rücken ansitzt, wartet umsonst, auch im besten Tarnanzug.

Praktisch: Windrichtung vor dem Hingehen prüfen und den Ansitz so wählen, dass der Wind vom Wechsel zu dir weht. Kein Parfüm, kein Waschmittelduft, keine Zigarette.

Die Einstellungen

Im Wald ist Licht der begrenzende Faktor:

  • Blende offen, was das Objektiv hergibt
  • ISO auf Automatik mit hoher Obergrenze - 6400 oder mehr
  • Mindestverschlusszeit 1/500 Sekunde
  • Autofokus auf einen kleinen Bereich, sonst greift er ins Geäst

Der Autofokus ist im Wald das grösste Problem: Zwischen Kamera und Tier steht fast immer ein Zweig. Ein kleines Fokusfeld und manuelle Nachkorrektur sind hier verlässlicher als jede Automatik.

Der Hintergrund

Wald ist optisch unruhig. Was den Unterschied macht, ist der Abstand zwischen Tier und Hintergrund - je grösser, desto ruhiger wird das Geäst dahinter. Deshalb sind Waldränder, Lichtungen und Schneisen die besseren Ansitzplätze als das dichte Innere.

Verwandt: Tierfotografie mit Teleobjektiven und Den perfekten Moment einfangen.


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