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Tierfotografie

Tierfotografie: Den perfekten Moment einfangen

Wer auslöst, wenn er den Moment sieht, ist zu spät. Man löst aus, bevor er passiert.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026


Zwischen dem Erkennen eines Moments und dem Auslösen liegen etwa 0,2 bis 0,3 Sekunden Reaktionszeit. Ein Vogel ist in dieser Zeit aus dem Bild. Deshalb ist Antizipation kein Zusatzkönnen, sondern die Grundlage.

Anzeichen lesen

Vögel vor dem Abflug koten, ducken sich kurz und richten den Körper in Abflugrichtung. Von diesen drei Zeichen ist das Ducken das zuverlässigste.

Rehe heben den Kopf und drehen die Ohren, bevor sie flüchten. Das Zucken des Schwanzes kommt unmittelbar davor.

Raubkatzen senken den Kopf, ziehen die Schultern zusammen und fixieren - der Sprung folgt Sekunden später.

Wasservögel strecken sich und schlagen einmal kurz mit den Flügeln, bevor sie starten.

Wer diese Zeichen kennt, drückt eine halbe Sekunde vorher ab, nicht danach.

Serienbild richtig nutzen

Serienbild ersetzt keine Antizipation, aber es verzeiht Ungenauigkeit. Drei Punkte machen den Unterschied:

Vorher starten. Die Serie beginnt beim Anzeichen, nicht beim Ereignis.

Kurz halten. Drei bis fünf Bilder pro Serie. Wer den Finger auf dem Auslöser lässt, füllt den Pufferspeicher und steht dann still, wenn der eigentliche Moment kommt.

Schnelle Karte. Der Pufferspeicher leert sich nur so schnell, wie die Karte schreibt. Eine langsame Karte macht aus einer 20-Bilder-Kamera eine 5-Bilder-Kamera.

Fokus

Kontinuierlicher Autofokus mit Motivverfolgung, kleines Fokusfeld auf das Auge. Wenn die Kamera Tieraugenerkennung hat, ist sie hier wirklich hilfreich - anders als in vielen anderen Situationen.

Das eigentliche Geheimnis

Zeit. Wer eine Art über mehrere Ansitze beobachtet, kennt ihre Abläufe und weiss nach der dritten Sitzung, was in den nächsten fünf Sekunden passiert. Diese Kenntnis ersetzt jede Kameratechnik.

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