Makro
Makrofotografie von Pflanzen
Pflanzen laufen nicht weg. Sie bewegen sich nur ständig - und das reicht, um jede Aufnahme zu ruinieren.
Zuletzt aktualisiert: 12. August 2026
Das grösste Problem bei Pflanzenmakros ist nicht die Schärfentiefe, sondern der Wind. Eine Bewegung von zwei Millimetern ist bei Massstab 1:1 eine Bewegung um ein Zehntel der Bildbreite.
Wind ausschalten
Drei Ansätze, in dieser Reihenfolge:
Warten. Wind kommt in Böen. Zwischen zwei Böen liegen oft mehrere ruhige Sekunden - Serienbild an und in der Ruhephase auslösen.
Abschirmen. Ein aufgespannter Regenschirm oder ein Stück Pappe im Rücken der Pflanze nimmt den grössten Teil.
Fixieren. Ein Pflanzenhalter - eine Klemme an einem Stab - hält den Stängel ruhig. Das ist die einzige verlässliche Methode für Focus Stacking im Freien.
Der Hintergrund entscheidet
Bei Blüten ist der Hintergrund das halbe Bild. Weil die Schärfentiefe ohnehin minimal ist, wird alles dahinter zu Farbfläche - die Frage ist nur, zu welcher.
Praktisch: einen Schritt zur Seite gehen und prüfen, was hinter der Blüte liegt. Dunkler Waldboden ergibt ein herausgelöstes Motiv, ein heller Himmel ein leichtes, offenes Bild, eine bunte Wiese meist Unruhe.
Der Abstand zwischen Motiv und Hintergrund ist wichtiger als die Blende: Je weiter der Hintergrund weg ist, desto ruhiger wird er.
Focus Stacking
Weil Pflanzen stillstehen können, sind sie das ideale Motiv für Focus Stacking: mehrere Aufnahmen mit leicht versetzter Schärfeebene, später zusammengerechnet. Zwanzig bis vierzig Einzelbilder sind bei einer Blüte normal.
Voraussetzungen: Stativ, Windstille und ein Einstellschlitten oder die Fokus-Bracketing-Funktion der Kamera. Ohne diese drei ist es Zeitverschwendung.
Licht
Direkte Sonne ist bei Blüten fast immer zu hart und brennt weisse Blütenblätter aus. Ein Diffusor - notfalls ein weisses T-Shirt - über dem Motiv erzeugt weiches Licht und nimmt gleichzeitig etwas Wind.
Weiter: Wassertröpfchen und Schnee und Eis für die verwandten Strukturmotive.
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